Spritkosten sparen

Es gab Zeiten, da gab es regelmäßige Razzien bei Fuhrunternehmen und Fahrzeugkontrollen bei Dieselfahrern, wenn der Verdacht vorlag, dass die Fahrzeughalter sich Heizöl in den Tank geschüttet haben; denn für Heizöl muss man auch heute noch erheblich weniger zahlen, als für den amtlichen Dieselkraftstoff an der Tankstelle. Beide Brennstoffe sind chemisch identisch, nur das Heizöl unterliegt einer geringeren Besteuerung als der Dieselkraftstoff. Und damit man beide auseinander halten kann, wird das Heizöl rötlich eingefärbt. Wer also mit Heizöl im Dieseltank erwischt wird, macht sich eines Steuervergehens schuldig.

Seit man auch mit Rapsöl seinen Diesel problemlos und vor allem legal antreiben kann, hat sich die Gemeinde der Heizöl-Fahrer etwas ausgedünnt. Mittlerweile hat aber der Gesetzgeber auch die Steuer für den Biodiesel und das Rapsöl heraufgesetzt und somit liegt der Preis gar nicht mehr so enorm rentabel unter den konventionellen Kraftstoffen. Seit dieser Maßnahme ist die „Luft raus“ für Biodiesel, Fritten- und Salatöl.

Die einzig echte Alternative auf dem Brennstoffmarkt gibt es für Benzin betriebene Fahrzeuge. Sie können mit Autogas fahren. Und das kostet, man sieht es schon an vielen Tankstellen bundesweit, meist gut die Hälfte des Benzinpreises. Autogas gibt es im Grunde schon seit Jahrzehnten, es ist ein Flüssiggas und besteht aus einem Gemisch aus Butan und Propan, das wir auch als Heizenergie und in den nachfüllbaren Gas-Feuerzeugen kennen. Allerdings darf dieses Flüssig-Gas nicht in den Benzintank. Dazu bedarf es einer Umrüstung, die etwa 2.000 bis 2.500 Euro kosten kann. Beim Autogas Einbau darf man sich nicht an jede Werkstatt wenden.

Man sollte schon darauf achten, dass sie eine DVFG-Zertifizierung hat. Das ist der Deutsche Verband Flüssiggas e.V. und nur bei zertifizierten Ausrüstern bekommt man die Qualität, die für so ein technisches Präzisions-Produkt unabdingbar ist. Ist die Autogasanlage eingebaut, hat man zwei Tanks im Auto, die man auch beide nutzen kann. Das umgebaute Fahrzeug kann „bivalent“ gefahren werden, d.h. man kann – auch während der Fahrt – einen Hebel umstellen und die Kraftstoffart wechseln. Mit nunmehr zwei vollen Tanks verdoppelt sich die Reichweite des PKW natürlich erheblich. Aber wer nur wegen des Spareffekts Autogas fährt, wird den Benzinhahn ja nur im Notfall öffnen.