Dass Medizin teuer ist, weiß inzwischen jeder. Nicht zuletzt deshalb, weil uns jeden Monat viel Geld vom Lohn oder Gehalt für unseren Krankenkassenbeitrag abgezogen wird, weil wir trotzdem – sofern wir nicht privat versichert sind – alle drei Monate beim Arztbesuch zehn Euro Praxisgebühr aus der eigenen Tasche bezahlen müssen, ebenso den Tagessatz im Krankenhaus – und weil all dem zum Trotz der Arzt uns nach wenigen Minuten des Gesprächs nicht unbedingt mit den besten, sondern vor allem mit den billigsten Medikamenten abzuspeisen versucht.
Außerdem gibt es da ja noch die Zuzahlungen in der Apotheke – und genau da wird es nun richtig interessant. Denn Apotheke ist beileibe nicht gleich Apotheke. Wie auch bei anderen Produkten legt nämlich der Hersteller des jeweiligen Medikaments nur eine unverbindliche Preisempfehlung fest, der Händler – also in diesem Fall der Apotheker – kann selbst entscheiden, wie viel Geld er für die Ware vom Kunden verlangt. Eine Preisbindung wie etwa bei Büchern, die überall in Deutschland dasselbe kosten, gibt es nicht. Das bedeutet, dass ein und dasselbe Produkt in verschiedenen Apotheken unterschiedlich viel kosten kann – und damit fällt natürlich auch die Zuzahlung durch den Patienten mehr oder weniger hoch aus. Nun ist es natürlich schlecht praktikabel, in sehr viele weit auseinanderliegende Apotheken zu fahren, um das günstigste Angebot einzuholen.
Hier hilft aber das Internet, das Preisvergleiche deutlich vereinfacht. Hinzu kommt, dass es inzwischen viele Apotheken gibt, bei denen man auch über das Internet bestellen und sich die Medizin zuschicken lassen kann. Genannt sei hier nur einmal ein extremes Beispiel für Preisunterschiede, ermittelt im Juli 2009: Für das Medikament Dulcolax (gegen Verstopfung) in der Zehner-Packung wird vom Hersteller eine Preisempfehlung von 2,80 Euro gegeben. In verschiedenen Apotheken wird diese Packung für Preise zwischen 2,21 Euro und 17 Euro angeboten! Da erübrigt sich wohl jede weitere Diskussion um Preisvergleiche.