Die Diabetes, genauer gesagt Diabetes Mellitus, ist eine der großen Volkskrankheiten unserer Zeit. Im Deutschen wird sie auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Der medizinische Begriff ist davon gar nicht so weit entfernt. Er setzt sich aus einem griechischen und einem lateinischen Wort zusammen. Diabetes bedeutet Durchfluss, Mellitus kommt vom Wort Mel, das heißt Honig. Dazu muss man wissen, dass in der Antike Zucker noch unbekannt war, das einzige Mittel, mit dem Speisen gesüßt wurden, war Honig. Der Ausdruck „Honigdurchfluss“ bezieht sich nun darauf, dass der Urin von Erkrankten süß schmeckt – und tatsächlich wurde vor zweitausend Jahren mithilfe dieser Geschmacksprobe die Krankheit festgestellt. Das Verdachtsmoment konnte dabei unter anderem ein deutlicher Gewichtsverlust liefern, denn mit diesem geht die Diabetes manchmal einher.
Heute verstehen wir die medizinischen Zusammenhänge und haben Medikamente dagegen. Ein großer Teil unserer Nahrung wird nämlich bei der Verdauung in Zucker (genauer gesagt in Traubenzucker) umgewandelt, er dient unserem Körper als Energielieferant. Damit die Zellen den Traubenzucker aufnehmen können, benötigen sie aber das Hormon Insulin, das von der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird. Bei einer Störung der Insulinproduktion kann also der Zucker nicht in die Zellen gelangen, er reichert sich im Blut an, der sogenannte Blutzuckerspiegel steigt deutlich an. Um den Zucker loszuwerden, muss der Körper ihn mit dem Urin ausscheiden, was den süßen Geschmack erklärt.
Außerdem benötigt der Körper aber Insulin, um Fettreserven aufzubauen (von denen er sich in Hungerzeiten ernährt). Deshalb geht bei der Diabetes mit dem Anstieg des Zuckerspiegels in Blut und Urin manchmal auch ein Verlust an Fett, also eine Gewichtsabnahme, einher. Allerdings kann auch der umgekehrte Fall eintreten, eine deutliche Gewichtszunahme – denn je nachdem, wodurch die Insulinproduktion gestört ist, muss man unterschiedliche Arten von Diabetes mit verschiedenen Symptomen unterscheiden. Alle aber sind sehr gefährlich, auch wenn sie oft erst nach langer Zeit diagnostiziert werden. Zur Vorbeugung sollte deshalb regelmäßig eine ärztliche Untersuchung der Blutwerte stattfinden.