Die Geschichte vom Girokonto ist eigentlich auch die Geschichte der Banken. Denn schon sehr früh ergab es sich, dass ein Girokonto von einer Bank geführt wurde. Giro kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Umlauf”. Umlaufen, das tut auch das Geld, das auf einem Girokonto zunächst von einem anderen Girokonto gutgeschrieben wird und dann anschließen entweder komplett oder in Teilbeträgen weitergeleitet wird auf ein anderes Girokonto. Bargeld wird auf dem Girokonto aber nicht in Umlauf gebracht, sondern nur “virtuelles” Geld (Buchgeld), das aber jederzeit vom Inhaber eines Girokontos auch in Form von Bargeld davon abgehoben werden kann.
Eine Besonderheit von Girokonto ist, dass der Kontoinhaber hierauf einen Kredit haben kann, und zwar den Dispokredit. Ansonsten kann der Kontoinhaber über das Girokonto auch Lastschriften einziehen lassen, für Miete, für Versicherung, für Abos etc. Die ersten Nachweise im Bezug auf eine derartige Form von Zahlungsverkehr gibt es bereits im mittelalterlichen Europa. Gut- und Lastschriften wurden nämlich schon im 11. Jahrhundert durchgeführt, genauso Überweisungen von einem Girokonto auf ein anderes. Damals angeordnet wurde eine derartige Überweisung allerdings meist noch mündlich. Heute hingegen wird ein Girokonto vom Inhaber via Internet verwaltet, meist nach dem PIN-/TAN-System, das als recht sicher gilt. Doch hin und wieder werden auch hier Sicherheitslücken aufgedeckt. Hacker verschaffen sich zum Beispiel auch über Kreditkartenfälschungen Zugang zum Girokonto bzw. zu dessen Inhalt. Dennoch wird von inzwischen vielen Verbrauchern das Onlinebanking gegenüber dem Besuch der Filiale zwecks Abwicklung der Bankgeschäfte bevorzugt. Zugriff hat der Verbraucher auf diese Weise 24 Stunden auf sein Guthaben, kann Überweisungen also auch schon in der Nacht für den nächsten Tag vorbereiten.
Wenn man dies hört, ist es kaum zu glauben, dass es doch bis in die 1970er Jahre dauerte, bis sich das Girokonto in den deutschen Haushalten durchsetzte. Zuvor erhielten die Arbeitnehmer von ihren Arbeitgebern tatsächlich noch einmal im Monat ihre “Lohntüte” mit Bargeld.
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