Fotokalender

Ist ihnen schon aufgefallen, dass es immer weniger Fotos zum Anfassen gibt? Fotos aus Papier, die man in die Hand nehmen kann?

Früher lagen immer wieder aktuelle Aufnahmen von den Kindern, Freunden oder Familienmitgliedern herum. Oder ein Schnappschuss aus dem letzten Urlaub oder dem neuen Auto. Die Fotos standen an die Wand gelehnt auf der Kommode oder dem Küchenbuffet. Sie wurden mit Klebstreifen an die Wand geheftet oder von einem Reißnagel an die Pinnwand gelocht. Einzelfotos, die für den Besitzer der Wand eine tiefere Bedeutung hatte. Oder Fotos von einem Selbst – ganz besondere Raritäten, da man ja sonst immer hinter der Kamera steht – die ein Freund oder Nachbar nachmachen ließ und vorbei gebracht hatte. Viele dieser Findlinge, die es nie bis in ein Fotoalbum geschafft haben, sind im modernen Zeitalter der digitalen Fotografie ersatzlos gestrichen worden.
Hin und wieder taucht noch ein Foto schlechter Qualität auf – von einem der aussterbenden Gattung unbelehrbarer Analog-Fotografen – aber unser Blick hat sich an perfekte Bilder ohne rote Augen gewöhnt. Wir sind verwöhnt von den Möglichkeiten der digitalen Welt und auf die Vorteile der Bildbearbeitung will keiner verzichten, der sie einmal genutzt hat.

Was also tun, wenn das Herz diese Findlinge und kleinen Erinnerungsstückchen vermisst. Wie bekomme ich mehr Foto in meinen Alltag, ohne die gespeicherten Bilder des vergangenen Jahres als Dauerschleife im Mediaplayer laufen zu lassen? Die Lösung ist der gute alte Fotokalender. Früher ein hübsches Bastelgeschenk der Enkel an die Großeltern – heute die letzte Rettung zur Erhaltung des Schnappschusses im Lebensalltag.

Das Prinzip ist ganz einfach. Um den Fotokalender zu bestücken, brauchen wir mindestens 12 schöne Fotos – eben für jeden Monat einen. Vielleicht noch eins für das Deckblatt, eventuell ist auch mal Platz für zwei oder mehrere Bilder, wenn man sich schwer entscheiden kann. Also werden das Jahr über beim Speichern der eigenen Bilddateien die Lieblingsfotos gesammelt. Als sehr praktisch hat sich ein eigener Fotokalender-Ordner erwiesen, in den diese Lieblingsfotos hinein kopiert werden. So kommt über die Monate eine Auswahl schöner Motive, besonderer Erinnerungen oder lustiger Schnappschüsse zusammen. Gegen Ende des Jahres, zur Hauptsaison neuer Jahreskalender, wird die Vorauswahl noch einmal begutachtet. Je nachdem wie gut die eigene Einschätzung toller Motive bei der Vorauswahl war, haben wir nun entweder 12 perfekte Fotos vorliegen oder einen überquellenden Sammelordner, aus dem zwei Drittel wieder gelöscht werden müssen. Ist die Vorauswahl abgeschlossen, können wir unseren Blick gerührt in Kinderaugen gucken lassen – Gott was war sie da noch klein! – oder lassen den letzten Snowboard Urlaub nebst Meniskus-Quetschung nochmal Revue passieren.

Der nächste Schritt ist die konkrete Gestaltung des persönlichen Fotokalenders. Entweder wir entscheiden uns für ein Fertigprodukt, in das wir unsere ausgedruckten Bilder einkleben oder der Fotokalender wird komplett mit eingepassten Aufnahmen als Ganzes ausgedruckt. Schon haben wir das Endprodukt vorliegen, und können uns – ganz wie früher – das ganze Jahr über von unsere ganz persönlichen Bildern im Fotokalender begleiten lassen.