Obsthecken bieten im Garten viele Vorteile. Sie ist weniger arbeitsintensiv als Obstbäume mit einer ausgebildeten Krone. Auch sind Obsthecken früher beerntbar und ertragreicher, da die Zeit, die sonst für den Aufbau von Leitästen und Wurzelwerk benötigt wird, in die frühzeitige Anlage von fruchtbildenden Zweigen geht.
Der Begriff der Obsthecke mag für viele vielleicht irreführend sein. Es handelt sich um eine aus Obstgehölzen bestehende lebendige Wand von variabler Länge, die etwa einen halben Meter tief ist. Durch die geringe Dichte werden alle Bereiche der Pflanzen von der Sonne gut erreicht und die Früchte reifen gleichmäßig aus. Idealerweise sollte eine Obsthecke um die 2 m hoch sein, da man bei dieser Höhe bequem die Früchte ernten kann. Es handelt sich also nicht um eine Hecke im Sinne von Zaunersatz oder Sichtschutz. Lediglich eine raumbegrenzende Rolle kann der Obsthecke zugesprochen werden. Im Garten kann dies beispielsweise die Einfassung des Nutzgartens sein. Dies hat ausserdem auch noch einen angenehmen visuellen Aspekt. Besonders im Winter zeigt die Osthecke einen schönen Anblick durch die bizarre Form der Äste.
Die Pflege einer Obsthecke ist gering. Eine aufwängige Kronengestaltung, wie man es von hoch- und halbstämmigen Obstbäumen gewohnt ist, entfällt. Im Gegenteil, eine Obsthecke sollte möglichst wenig geschnitten werden, statt dessen nutz man die pflanzenphysiologischen Gesetzmäßigkeiten. Idealerweise pflanzt man sie in Nord-Süd-Richtung. So kann man mehrere Hecken in einem Abstand von einem Meter nebeneinander pflanzen.
Als Gehölze für die Anlage einer Obsthecke eignen sich stark verholzende Kulturobstarten wie Apfel- und Birnenbäume, aber auch strauchig wachsende Wildobstgehölze, wie bespielsweise die Schwarze Apfelbeere. Auch ist es möglich verschiedenen Obstsorten nebeneinander zu setzten. Ein Abstand von einem bis zwei Meter ist je nach Obstsorte zu empfehlen. Es empfiehlt sich ein Gerüst aus Holzlatten, die durch Draht miteinander verbunden sind und als Hilfe zum Festhalten der Zweige dient. Diese werden an den Drähten in die Waagerechte gebunden und ergeben so ein einheitliches Bild.